Jörg Menge


Die weiteren teilnehmenden Künstler unseres Arthouses sind:


Mimmo Catania


Claude Duvauchelle


Thomas Schönauer


Walter Padao 

Christian von Grumbkow


 Vera Oxfort


Hanjo Schmidt


Uwe Fehrmann

 

Andreas Nikolaus Franz

Klaus W. Rieck



 

Anette Besgen


Czaba Fazakas


Willi Kissmer 


 Rolf Ohst


 Ralf Rduch

                 

                

Sabine Wild


             Ekkehard Tischendorf

     

 Achim Reimann

Jörg Menge





Tobias Link-Killguss

Weiterführende Informationen zur Werkschau der einzelnen Künstler finden Sie hier! 


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Anette Besgen

Licht erzeugt Strukturen. Es trifft auf Gegenstände, und sobald es sich an ihnen bricht und Schatten auftreten, entstehen Abstraktionen. Mit seinen Schatten entwirft das Licht Formen, die sich nicht aus einer Idee ableiten oder voraussehen lassen. Insofern ist Annette Besgen auf die im Alltag gefundenen Situationen angewiesen.

Anhand des Lichteinfalls und seinen quasi zufälligen Formen stellt sich die Künstlerin der immer wieder neuen Herausforderung, das unstoffliche Licht selbst zu thematisieren. Denn es geht ihr nicht so sehr um den Gegenstand. Der Gegenstand ist eher zweitrangig. Er wird sogar unbedeutend, wenn er nicht vom Licht beschienen ist. Das Licht ist Träger der Bedeutung.

Über das Licht weist Annette Besgen auf eine Dimension hin, die neben anderem das Phänomen Zeit berührt.  Sie rückt den Lichteinfall oder den Augenblick ins Bild und damit zugleich eine Ahnung von Unendlichkeit.

Besgens Bilder sind konkret. Sie lassen nichts zwischen den Betrachter und ihre Aussage treten. Aus diesem Grund wird ihre Wirkung als unmittelbar und physisch empfunden. Ihre Bilder bedeuten das, was sie darstellen, stellen aber mehr dar als die Wiedererkennbarkeit einer gegenständlichen Situation.

Das Geheimnis dieser Malerei ist sie selbst. Die Künstlerin beabsichtigt nichts weiter als die ‚Präsenz‘ ihrer Malerei und bezieht gerade aus dieser Unmittelbarkeit ihre Kraft und Aussage. Ihre Malerei ist konkret, indem sie das ist, was sie ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ingo Porschien

Uwe Fehrmann

Im Mittelpunkt der Arbeiten von UWE FEHRMANN steht der Mensch in seiner Selbstfindung und Selbsterkenntnis, verbunden mit seiner dialektischen Beziehung zur Gesellschaft und Umwelt.

Lebendig wirkende Personen agieren in unterschiedlichen Posen und Situationen, in spannungsvollen Momenten des Verändern-Wollens.

Sowohl Hintergrund der Szene als auch der Gegenstand der Überlegung lassen bewusst Raum zu verschiedenartiger Interpretation.

Einzelne Attribute erwecken Assoziationen zur deutsch-deutschen Geschichte ebenso wie zu aktuellen Postionen.

 Andreas Nikolaus Franz

Es sind keine Illustrationen zu irgendwelchen vorgegebenen Geschichten.

Franz möchte keine Klischees und keine Apparate bedienen, oder imitieren, es ist kein Versuch technische Perfektion zu beweisen. Seine Idee ist, intuitiv unerklärliche Zusammenhänge und eine tiefempfundene neue Sichtweise, ein ehrfürchtiges Staunen vor der Schöpfung, mit Bleistift oder Pinsel auf der Leinwand auszudrücken.

Sein Phantastischer Realismus wirkt durch die Intensität der Farbe sowie durch die kompromisslose klare Unmittelbarkeit der Form. Die Architektur des Körpers, das schillernde Inkarnat, die Raumillusionen, sind unverwechselbar.

Quasi aus dem Vollen geschöpft, noch unbekannte Dimensionen erforschend, möchte der Künstler das ekstatisch urig ornamentale Alphabet, der sich in ständigem Wandel befindenden Naturerscheinungsformen, die geheimnisvoll dynamische Botschaft von Leben und Tod erzeugte Spannung von dramatischer Schönheit, einfließen lassen.

Eine Gradwanderung, Übertreibungen inklusive, die den Rahmen sprengt, gestalterische Gesetze in Frage stellt, das Berechenbare mit dem Unberechenbaren verbindet, um daraus belebte irrationale Räume entstehen zu lassen. Überraschend ist der Effekt der Überwindung des Bekannten durch deren Vertiefung.
Schönheit wird nicht durch den Begriff, sondern durch Hervorholen eigentlich verborgener Magie sichtbar. Details stehen in harmonischen Wechselbeziehungen zum Ganzen. 

 Willi Kissmer

Die Arbeiten von Willi Kissmer setzen in ihrer Inszenierung einen deutlichen Akzent der künstlerischen Aussage  und erheben die Frau in der Ästhetik ihrer Erscheinung zum Kunstwerk.

Kissmer ist die Darstellung des unbekleideten Körpers, der Akt an sich zu anspruchslos. Der Duisburger Maler zeigt uns seine Figuren niemals ganz, sondern verhüllt sie durch Farbe und Stoffe.

Zugleich betonen die Draperien die Körperformen in lasziver Delikatesse und dezenter Erotik. 

Erotik und Kunst gehen in der Darstellung seiner verhüllten "Akte" eine selbst-verständliche Allianz ein.

Jörg Menge

Mit Jörg Menges malerisch und grafischem Werk können Sie die Intensität und Grundsätzlichkeit des malerischen Handwerks erleben.

Menges Arbeiten spiegeln ein hohes Maß an malerisch-zeichnerischem Können und Modernität wieder. Jörg Menge selbst über seine Arbeiten: "Ohne starke, spannende Form ist die Farbe allzu schnell beliebig. Die Reise zwischen Natur- und Kunstform ist das eigentliche Geheimnis". Mit diesem Satz gibt der Künstler den Schlüssel zur Erlebbarkeit seiner Kunst. Der Mensch ist sein großes Thema. Seine Bildkompositionen sind theatralische Inszenierungen, in denen er seinen Protagonisten Auftritt verschafft.

Man sieht sofort, hier ist ein Künstler am Werk, der sein Handwerk versteht.
Menge zelebriert die Verrenkung seiner Figuren ohne dabei manieristisch zu sein. Scheinbar unmögliche Körperhaltungen und daraus resultierende Verkürzungen in der Darstellung verschaffen dem Künstler und Betrachter Genuss. Hier offenbart sich die Kunstform, von der Menge spricht.
In solcher Art der Darstellung bedarf es keiner Massenszenen oder gar räumlichen Hintergrundes. Der Künstler verzichtet gezielt auf jegliches und unnötiges Beiwerk im Bild und steigert damit seine künstlerische Botschaft enorm. Seine Figuren schneidet er ganz bewusst im Bildrand an, damit erweckt er den Eindruck einer Momentaufnahme und Ausschnitt einer realen Situation.
Das gekonnte zeichnerische Werk ist seine Grundlage. Die in den vergangenen Jahren gering geachtete realistische Darstellung des Menschen in der Malerei erlebt in Menges Gemälden durch seine Farbwahl eine Modernität, die sein Werk in eine Zwischenstufe zur Abstraktion erhebt. Der gebürtige Leipziger hat an der Hochschule Berlin Weißensee studiert und ist einer der markantesten Maler der gegenwärtigen Figürlichkeit.
 
Frank W. Weber - Kurator der Stadtgalerie Werder 2015

Rolf Ohst

Glänzende Fleischberge wie in einer Wursttheke übereinander geschichtet, körperliche Massen, die an Rollbraten erinnern, speckige Leiber, die wie gerupfte Hühner aussehen.

Rolf Ohst’s Faszination für immense Fleischlichkeit und deren spezielle Präsentation lässt sofort Roald Dahl’s bitterböse Erzählung Schwein wach werden, in der ein zurückgezogen lebender Vegetarier in die Stadt kommt, Fleisch lieben lernt, um flugs selber verwurstet zu werden. Wenn da nicht zusätzlich die dezidierten Motive wären, die Rolf Ohst der Kunstgeschichte entleiht.

Ob Botticelli’s Geburt der Venus, Giorgiones Venus in einer Landschaft oder Tizians Venus in bürgerlichem Interieur über die Akte von Rubens, Rembrandt, Manet, Renoir, Modigliani, Matisse bis hin zu Cézanne oder Corinth, Rolf Ohst zitiert sie alle. Dabei übersteigert er barocke Fülle ins Extrem, malt Botticelli’s Venus in anmutig zitternder, schüchterner Fettleibigkeit und platziert seine Figuren gerne am Meer vor dramatischen barocken Wolkenhimmeln, die ebenfalls die Seestücke der Niederländer lebendig werden lassen, wobei die Figuren im Duktus der Klassischen Moderne gehalten sind.

Wenn er dann auch noch eine ruhende fette Schönheit, die stark an einen gestrandeten, nach Luft schnappenden Wal erinnert, mit Edward Munch’s berühmtem Schrei betitelt, ist das Sampling perfekt.

Rolf Ohst gelingt es, respektlos, frech und humorvoll in bester Tradition an die Aktmalerei anzuknüpfen und sie in Zeitgenossenschaft zu überführen.
 
Dr. Stefani Lucci, 2009 

Vera Oxfort 

Die Bilder von Vera Oxfort brauchen vor allem aber Zeit. Zeit in vielfältigem Sinne. Zunächst beanspruchen sie einen aktionsreichen, lebhaften und immer wieder auch konzentrierten Schaffensprozess. Da werden Graphit oder Kreiden in freier Geste auf den Bildgrund aufgetragen, um dann bald – unter Umständen
gleichzeitig mit der anderen Hand – wieder weggewischt oder unter erstickender Farbe, beziehungsweise einem dämpfenden Weiß wieder zu verschwinden. So wird die Leinwand zur Arena, zum Kampfplatz, zum Ring: welche Geste wird am Ende noch zu sehen sein, welche Spur der Aktionen wird bleiben?

Die Antwort ist einfach, denn alles wird bleiben....

Walter Padao

Walter Padao steht in der Tradition künstlerischer Auseinandersetzung mit dynamischen Körper-Raum-Bezügen im Bild. Verwandt dem Geiste des Kubismus und Futurismus, wo ebenfalls Bewegung und Zeit ins Bild einfließen, verarbeitet er Aspekte aktueller visueller Techniken (Video Stills, Bullet Time Effekt, etc.) in seiner Malerei.

Die Bilder haben zudem einen surrealen Charakter - dem Rausch und dem Traum verwandt: Visuelle Erinnerungsspuren, Assoziationsfelder - geprägt vom Impuls und dem expressiven Moment. 

„Figuren tauchen in mehrdeutige, bühnenhafte Räume ein, und lassen in eigentümlichen Haltungen und Gesten Fragmente einer Szene, eines Moments aufleuchten. Fließende Übergänge und abrupte Wechsel von blitzartiger Bewegung und konzentriertem Innehalten. Die meist ungewohnt, manchmal grotesk wirkenden Haltungen und dynamischen Bewegungen der Figuren erzeugen Kraftlinien und Spannungsfelder, Spuren verfliegender Choreographien, die sich zu rätselhaften Arrangements zusammenschließen.“   (Philipp Gürtler)

„Dinge stehen, wenn man es unterlässt, sie immer wieder auf’s Neue zu verketten, seltsam nebeneinander, kommen ins Gleiten und erzeugen einen phantastischen Sog ins Zeitlose”, so die Aussage des Künstlers.

Walter Padao studierte Malerei in Kassel, Bologna und Nürnberg als Meisterschüler bei Johannes Grützke.  Der Künstler lebt und arbeitet in seinem Düsseldorfer Atelier.

Weitere Infos über Walter Padao finden Sie hier! 

Achim Reimann

Im Grunde bleibt bei Reimann unentscheidbar, was in seiner Malerei eigentlich zählt: Zählt die Anschauung einer aus einer Farbtube gedrückten un- oder besser: vorgegenständlichen Ölsubstanz, und sieht man also auf diese als solche hin, oder zählt die durch die Ölfarbe erzeugte Vorstellung von (ebenfalls aus einer Tube gedrückten) Mayonnaise, die man dann sozusagen in die Farbmaterie hineinsehen würde.

Hinsehen und Hineinsehen oder auch Anschauung und Vorstellung wechseln angesichts von Reimanns Malerei einander ab. Statt einer Alternative zwischen Anschauung und Vorstellung hat man es bei seinen Bildern mit einem Übergang oder einem Hin und Her zwischen beiden zu tun.

An die Stelle eines Entweder-Oder tritt bei ihm ein Sowohl-Als-Auch: Das Ungegenständliche erscheint in seiner Malerei im Horizont des Gegenständlichen wie auch umgekehrt das Gegenständliche im Horizont des Ungegenständlichen erscheint. Überall ist das eine mit dem anderen gemeinsam gegenwärtig. Ein Pfifferling beispielsweise erscheint im Bild als Gegenstand gleichsam offen auf sein vorgegenständliches Substrat der braunen Farbmaterie wie umgekehrt dieses vorgegenständliche Substrat der braunen Farbmaterie offen erscheint auf den Gegenstand, und zwar nicht so sehr im Sinne eines Umspringeffekts, bei dem man, wenn man das eine sieht, das andere nicht mehr sehen kann, sondern eher im Sinne eines beständigen Übergangs zwischen dem Verschiedenen.

Reimanns Malerei verhindert jede nur einseitige Orientierung unseres Sehens entweder auf das Gegenständliche (den Pilz beispielsweise) oder auf das Gegenstandslose (die braune Farbmaterie). Sie schafft durch wechselseitige Anverwandlung des Gegenstandslosen mit dem Gegenständlichen eine Anschauungseinheit, in der weder das Gegenständliche noch das Gegenstandslose in der Ausschließlichkeit ihres jeweiligen Selbstseins zur Geltung kommen und das eine/andere immer im Übergang zum anderen/einen vor Augen tritt, mithin im Übergang zu demjenigen, was es jeweils nicht ist.

Ralf Rduch

Ralf Rduch malt großformatige Aktbilder. Sein einziges Motiv ist der Mensch, der nur unbekleidet abgebildet wird. Mit dem Verzicht auf die Kleidung ist sein kultureller Hintergrund, sein sozialer Status und das, was er repräsentieren möchte nicht ersichtlich.    

Kleidung spiegelt etwas vor - der Körper hingegen täuscht nicht.

Diese Konzentration auf den Menschen an sich wird dadurch verstärkt, dass die Figuren freigestellt werden. Es gibt keine Räumlichkeit, keine greifbare Realität, meist nur eine monochrome Fläche vor der sie, bühnenartig angeordnet, von rechts oben beleuchtet werden. Durch die Gleichzeitigkeit von extremen Licht- und Schattenbereichen wirken die Dargestellten sehr plastisch. 

Der Mensch ist kein homogenes Wesen, sondern er besteht aus Schichten und Brüchen, aus Offensichtlichem und Verborgenem oder Verstecktem. Demzufolge stellt Rduch die Menschen aus getrennten Flächen zusammen, er segmentiert sie nach elf Tonwerten, denen je ein Farbton zugeordnet wird. Dabei ist der ganze Tonwertbereich von Schwarz bis Weiß vorhanden. Für den Maler ist zwölf die Zahl der Wahrheit, elf der Wille, der Wahrheit nahe zu kommen.

So dokumentieren die elf Farbtöne einerseits den Wunsch nach Erkenntnis, andererseits aber auch das Wissen der Unmöglichkeit darum. Aber eine Annäherung ist möglich, die zwölfte Farbe ist im Bild anwesend - sie ist die Hintergrundfarbe.

Ralf Rduch will das malen, was eigentlich nicht sichtbar ist, innere Vorgänge des Menschen. Was macht einen Menschen aus, warum ist er aktiv oder passiv.

Hanjo Schmidt 

Hanjo Schmidt arbeitet nach Fotografien, ohne diese zu kopieren. Er stellt sein Handwerk nicht in den Dienst des Motivs und verleugnet die Malerei nicht – etwa zugunsten eines vermeintlichen Realismus oder gar Fotorealismus. Er malt mit Acryl und benutzt einfache flache Pinsel, mit denen er die Farbe in grobem, schnellem Strich aufträgt. Der Duktus ist laut und dominant. Die Farben orientieren sich zwar an dem Gesehenen, werden häufig aber ins Extrem übersteigert. Wir haben es mit expressiver Malerei zu tun, und diese Malerei schiebt sich quasi vor die Motive. Denn in keinem Moment gibt es Zweifel, dass wir es hier mit Malerei zu tun haben, mit dem Auftrag von Farbmaterie auf Fläche. 

Und doch wird man ständig wieder überrascht vom Wunder der Malerei: Auch mit diesem groben, rauen Strich wird das Modell äußerst präzise formuliert. Glänzende Augen, scharf konturierte Pupillen, sehniger Hals oder knochige Schulterblätter, alles wird eindeutig und ohne jeden Zweifel benannt – und dennoch ist es reine Malerei, die sich nicht illusionistisch dem Dargestellten unterordnet, die nicht so tut.

Die Malerei von Hanjo Schmidt widersetzt sich einem nur konsumierenden Blick. Die Gesichter zerfallen vielmehr in einzelnen Partien, in malerische Einheiten. Die Malerei entwickelt ein Eigenleben, sie formuliert Subtexte, bildet Geflechte, Farbseen, tanzende Lineaments. Das stört und irritiert.
Und so zwingt Hanjo Schmidt den Betrachter, auf dem Bild zu verweilen, sich einzusehen, es sich zu erarbeiten. Anstelle des schnellen Konsumierens muss man innehalten und sich dem Sehen hingeben.

Thomas Schönauer - Zur Malerei von übermorgen

Der Ursprung des künstlerischen Schaffens von Thomas Schönauer liegt in der Geistes- und Sprachwissenschaft, insbesondere aber der Philosophie.

Die Wahrnehmung selbst, die Sensibilisierung auf eine philosophisch orientierte Denkweise und Lebenshaltung ist Schönauers zentrales Thema.

Die Visualisierung von Subjektivität und Objektivität, also die Bestimmung des menschliches Standpunktes, ist Grundlage der Arbeit des Düsseldorfer Künstlers.

Seit Beginn seines Schaffens arbeitet Schönauer mit Stahl und überwiegend Metall:

Ein Meilenstein seiner Kunst sind hier die Metaphysischen Skulpturen. Zwei oder vierteilige Skulpturen, bestehend aus geometrisch Grundformen wie Rechteck, Dreieck oder Kreis. Sie sind so konzipiert, dass sie leeren Raum in die Skulptur einbeziehen.

Weitere herausragende Arbeiten Schönauers sind die Skydrops – Skulpturen die nicht aus dem Boden emporwachsen, sondern aus dem Himmel herabfallen. Daneben seine außergewöhnlichen und inzwischen weltweit beachteten Atompops: Arbeiten aus polierten, silbern glänzenden Edelstahlkugeln.

Die Space Paintings on Steel sind der Beginn der dreidimensionalen Darstellung auf ebener Fläche. Dieser Arbeitsbereich entstand aus der Idee, von der 2-Dimensionalität beispielsweise der Tusch- und Aquarellzeichnung zu einer Objekthaftigkeit und Drei-Dimensionalität zu gelangen. In den Space Paintings werden quasi verschiedene Ebenen eines Skulpturenensembles wiedergegeben: Ansicht, Grundriß und Aufsicht.

In den CT-Paintings, den Computer-Tomography-Paintings, entwickelt Schönauer diese Technik weiter und führt das Thema Materialität und Immaterailität fort. Sie wurde über viele Jahre und in Kooperation mit einem Farbproduzenten entwickelt. Vereint wird in dieser Serie ein langwieriger Entwicklungsprozeß mit einer geradezu improvisatorisch anmutenden Malweise. Der kreative Akt ist kurz, basiert jedoch auf intensiver Vorarbeit und eingehender mentaler Konzeption. Er kulminiert in einem Augenblick äußerster Konzentration. Und führt das Thema Materialität und Immaterialität aus der Bildhauerei fort.

Mit dem Dialog zweier Materialwelten widmet Schönauer seine Aufmerksamkeit auch hier wieder der Vereinigung von Gegensätzen.   

Ekkehard Tischendorf

Ekkehard Tischendorf führt in seiner Bildsprache figurative und abstrakte Elemente kompositorisch zu einem spannenden Dialog zusammen.

Seine Werke pendeln zwischen unmittelbarer Drastik und einer intensiven Farbästhetik, die zwischen neonartig gleißenden Farbpigmenten und GrisailleThomas Hirsch changieren. 
Mit seinen rätselhaften und doppeldeutigen Bildern offeriert Tischendorf dem Betrachter damit einen offenen, nahezu unendlichen Reflexionsraum.

Tischendorf fordert seine Betrachter auf, diesen Bildkosmos zu erforschen und sich in die Weiten dieses visuellen Denkraums zu begeben.

Die Belohnung ist eine spannende Reise durch Tischendorfs Bildwelten.

Alexander Sairally, Kunsthistoriker

 

 Christian von Grumbkow:

"Ich male keine Botschaft, keine Gedanken. Ich male Farbe."

Grumbkows Malerei ist reich an visuellen Sensationen und darin sehr verbindlich; sie wirkt beiläufig, bisweilen wie hingehuscht und scheinbar vorübergehend, als Momentaufnahme, tatsächlich aber ist sie sehr genau und in allen Teilen austariert. Erst allmählich wird klar, was sich hier alles ereignen könnte. Es ist eine Malerei zwischen den Zeilen. Sie transzendiert unsere Erfahrungen und schafft Bilder, die wir zunächst zu kennen meinen, aber so noch nie gesehen haben."

Thomas Hirsch

Sabine Wild

Die Fotografien von Sabine Wild demaskieren das Bild einer Stadt, indem sie den Blick auf die bauliche Grundstruktur und die Geschwindigkeit innerhalb und außerhalb ihrer Fassaden freilegen.

Die skelettartig aufgefächerten Gebäude werden durch unscharfe vertikale undhorizontale Farbläufe dynamisiert und so ihrer Tektonik enthoben. Menschenleere Straßen verwandeln sich in transparente, luzide Farbräume. Die fotografischen Unschärfen behindern die visuelle Verfügbarkeit und distanzieren so die Weltstadt in ihrer alltäglichen Erscheinung vom Betrachter.

Ein Abgleich der vertrauten Realität einer Metropole, die sich durch Menschendichte, Lärm und Geschwindigkeit auszeichnet, und den Fotografien, ruft dem Betrachter die Abwesenheit ihrer Bewohner und den Verlust der Beständigkeit von Architektur ins Bewusstsein. 

Dem Fehlen dieser elementaren Komponenten einer Stadtlandschaft setzt Sabine Wild eine rudimentäre Rasterstruktur entgegen, die von transparenten, luziden Farbräumen durchwirkt wird. 

Das Resultat ist eine nachhaltige Spannung, die von gegensätzlichen bildnerischen Mittelnerzeugt wird: Dunklen, horizontalen und vertikalen Linien sind leuchtende Farbpartien gegenüber gestellt und aufgelöste, malerisch wirkende Passagen liegen im Widerstreit mit starren, grafischen Parzellen. 

Die Fotografien oszillieren in ihrer Wirkungsästhetik zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, Geschwindigkeit und Statik. Die Unschärfen der Stadtaufnahmen schärfen die Wahrnehmung der eigenen Sinneseindrücke. 

Andrea-Katharina Schraepler, Kunsthistorikerin M.A.